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Allgemeine Informationen über Dschibuti

Geschichte und Geografie des Landes

Geografie

Die Republik Dschibuti hat eine Fläche von 23 200 km2, liegt am Horn von Afrika und grenzt an die drei Nachbarstaaten Eritrea im Norden, Äthiopien im Westen und Süden sowie Somalia im Süden. Ihre Küstenlinie von 370 km verläuft am Roten Meer und am Golf von Aden.

Bevölkerung

Die Republik Dschibuti hatte 1998 680.000 Einwohnern, von denen mehr als zwei Drittel in der Hauptstadt Dschibuti(-Stadt) leben,. Die Wachstumsrate ist mit 6% sehr hoch, wovon sich 3% allerdings durch Zuwanderung erklären lässt. Die Amtssprachen des Landes sind Französisch und Arabisch. Somali und Afar sind sie nationalen Sprachen. Mit einem Anteil von 98% sind der Großteil der Bevölkerung sunnitische Muslime. Die Unter-20-Jährigen machen 53% der Gesamtbevölkerung aus.

Geschichte

Das Horn von Afrika spielte schon immer eine besondere Rolle als kulturelles und kommerzielles Verbindungsglied zwischen Afrika, Asien und insbesondere der Arabischen Halbinsel. Die Verbindung zur arabischen Welt intensivierte sich im siebten Jahrhundert mit der Einführung des Islam in der Region und in der Entstehung muslimischer Königreiche. Die ersten langfristigen Kontakte mit Europäern reichen bis in das Jahr 1839 zurück. Im Jahr 1862 unterzeichneten lokale Führer Verträge mit den Franzosen, welche 1888 die Stadt Dschibuti, die aktuelle Hauptstadt der Republik Dschibuti, gründeten. Das Gebiet wurde eine französische Kolonie unter dem Namen Côte française des Somalie et dependences. Im Jahr 1946 wurde Dschibuti ein französisches Überseeterritorium. Zwanzig Jahre später wurde die Kolonie 1967 in Territoire Français des Afar et des Issa umbenannt. Nach einem Jahrzehnten-langen politischen Kampf um die Unabhängigkeit, vorangetrieben durch die LPAI (Ligue Populaire Africaine pour l’Indépendance), führte die Kolonialmacht am 8. Mai 1977 ein Referendum durch, in dem die Mehrheit der Bevölkerung für die Unabhängigkeit stimmte.

Unter dem Namen „Republik Dschibuti“ und dem ersten Präsidenten Hassan Gouled Aptidon erlangte das Land am 27. Juni 1977 seine Unabhängigkeit. Nach der Unabhängigkeit wurde das Land von der einzigen politische Partei, der RPP (Rassemblement Pour le Progrès), regiert.

Im Jahr 1991 kam es zu einer Revolte im Norden des Landes, angeführt durch die FRUD (Front pour la Restauration de l’Unité et de la Démocratie). Daraufhin wurde 1992 eine neue Verfassung verabschiedet, mit der ein Mehrparteiensystem in der Republik Dschibuti eingeführt wurde. Im Dezember 1994 schlossen schließlich Regierung und FRUD einen Friedensvertrag.

Mit den Wahlen im Mai 1999 wurde Seine Exzellenz Herr Ismail Omar Guelleh zum neuen Präsident der Republik Dschibuti gewählt.

Nach Verhandlungen, die ein Jahr dauerten, unterzeichneten die Regierung und die bewaffneten Partei FRUD am 12. Mai 2001 eine Vereinbarung, die seit dem den Frieden in der Republik Dschibuti gewährleistet. 

Politische Struktur

Dschibuti ist eine pluralistische Republik mit einem Präsidenten als Staatsoberhaupt. Der Präsident der Republik leitet die Regierung und wird für eine Amtszeit von sechs Jahren direkt vom Volk gewählt. Er kann maximal ein weiteres Mal kandidieren. Er ernennt die einzelnen Minister auf Empfehlung des Premierministers und kann sie ebenso wieder entlassen. Den Ministern kommt in der Rolle der Exekutiven die Aufgabe zu, das politische Programm der Regierung umzusetzen. Die Macht der Legislativen liegt bei der Nationalversammlung, der „Assemblée Nationale“, mit 65 Abgeordneten als Mitglieder, die für eine Dauer von 5 Jahren vom Volk gewählt werden.  

Es besteht eine gegenseitige Unabhängigkeit zwischen dem Präsidenten der Republik und der Nationalversammlung. Dem Präsidenten steht demnach kein Recht zu, die Nationalversammlung aufzulösen, ebenso wie es der Nationalversammlung nicht gestattet ist, den Verantwortungsbereich des Präsidenten in Frage zu stellen. 

Weitere in der Verfassung des Landes verankerte Räte sind der Verfassungsrat, der Oberste Rat der Staatsanwaltschaft, der Oberste Gerichtshof sowie der Bürgerbeauftragter der Republik.

Karte von Dschibuti

Regionen

Die Republik Dschibuti ist in fünf administrative Regionen, die sogenannten Distrikte, unterteilt. Die neue Politik der Regierung hat im Zuge der Dezentralisation den Regionalen Rat innerhalb der einzelnen Distrikte geschaffen. Die Mitglieder dieser Räte werden in den jeweiligen Distrikten gewählt und verfügen über eine große Macht in der öffentlichen Verwaltung. 

Außenbeziehungen

Die Republik Dschibuti ist Mitglied der Afrikanischen Union Einheit (AU), der Arabischen Liga und der regionalen Organisation IGAD (Intergovernmental Authority in Djibouti). Das Land ist ebenso Mitglied der Vereinten Nationen und vieler großer internationaler Organisationen (Weltbank, Internationaler Währungsfond, Afrikanische Entwicklungsbank, AKP-Gruppe und viele mehr) und regionaler Vereinigungen, unter anderem die COMESA und SIN-CED.

Wirtschaft

Die Wirtschaft von Dschibuti basiert primär auf dem Dienstleistungssektor, der ungefähr 83% des Bruttoinlandsproduktes ausmacht. Im Zusammenhang mit dem Hafen in Dschibuti sowie der Eisenbahnstrecke zwischen Dschibuti und Äthiopien haben sich Gewerbe im kommerziellen Bereich sowie im Banken- und auch im Versicherungswesen entwickelt. Einen ebenfalls bedeutenden Anteil am Bruttoinlandsprodukt mit 30% im Jahr 1998 hat die Verwaltung.

Der primäre sowie sekundäre Sektor sind sehr wenig entwickelt. Ihr Beitrag zum BIP nahm jedoch im Jahr 1998 von 4% auf 13% zu. Die Viehhaltung (oder Viehwirtschaft) stellt die Hauptaktivität im ländlichen Gebiet dar. Die klimatisch ungünstigen Bedingungen sowie eine nahezu nicht vorhandene landwirtschaftliche Tradition verhindern die Weiterentwicklung dieses Sektors. Die Fischerei bleibt indessen ein Wachstumssektor. Diese Tendenz wird sich mit der Eröffnung eines neuen Fischereihafens und eines Fischereiausbildungszentrums ohne Zweifel noch verstärken.