Joomla Free Template by FatCow Hosting

Die Bundesrepublik Deutschland eröffnet eine Botschaft in Dschibuti

13.01.2010

Die diplomatischen Beziehungen mit Dschibuti wurden bislang von Addis Abeba aus gepflegt. Deutschland bereitet nun die Eröffnung einer eigenen Botschaft in Dschibuti vor. Ob als Partner bei der Piraten- und Terroristenbekämpfung oder in Sicherheitsfragen oder bei der Umwelttechnologie, die Gründe dafür sind vielfältig:

Ein Stützpunkt der Bundeswehr

Dschibuti befindet sich in einer geostrategisch wichtigen Lage: Am Übergang vom Roten Meer in den Golf von Aden bietet es den einzigen zuverlässig nutzbaren afrikanischen Tiefwasserhafen zwischen dem südlichen Ausgang des Suezkanals und dem kenianischen Mombasa. Die Deutsche Marine läuft Dschibuti nicht nur regelmäßig an, sie hat dort auch ständig ein größeres Soldatenkontingent stationiert. Fast unbemerkt hat sich das kleine Land zu einem wichtigen Stützpunkt der Bundeswehr entwickelt. Denn: Deutschland hat Interessen an dieser Schnittstelle zwischen dem nordöstlichen Afrika und der arabischen Welt.

Die Piraterie im indischen Ozean betrifft deutsche Handelsinteressen – immerhin passieren fast drei Viertel aller Güter, die auf dem Seeweg nach Europa geliefert werden, den Golf von Aden. Und deutsche Reeder verfügen mit etwa 3.400 Schiffen über die drittgrößte Handelsflotte der Welt (auch wenn 80 Prozent davon unter den Flaggen Panamas, Liberias und anderer Staaten fahren).

Von der Terrorismusbekämpfung ganz zu schweigen. Dschihadistische Gruppen operieren in der unmittelbaren Nachbarschaft Dschibutis, unter anderem im Jemen und in Somalia.

Aus beidem – Bekämpfung des Terrorismus und Einsatz gegen die Piraterie - ergeben sich operative Fragen, die einer schnellen Klärung mit dschibutischen Ansprechpartnern bedürfen. Bislang musste dies umständlich von Addis Abeba aus geschehen. In Zukunft soll die deutsche Botschaft vor Ort diese Aufgaben übernehmen.

Stabiler politischer Partner

Das deutsche Interesse an Dschibuti geht jedoch hierüber hinaus:

In einer wichtigen und instabilen Region ist das Land ein politisch stabiler Partner, ein selbstbewusster diplomatischer Spieler. Im komplexen Bürgerkrieg in Somalia hat es erfolgreich vermittelt (das „Dschibuti- Abkommen“ vom August 2008 bildet die Grundlage der international anerkannten Übergangsregierung Somalias); der Regionalorganisation IGAD (Intergovernmental Authority on Development) dient es als Gastgeber.

Dschibutis Politiker, Diplomaten und Händler sind international gut vernetzt – nicht nur in Afrika, sondern auch in der arabischen Welt. Da lohnt sich der Dialog.

Partner der deutschen Wirtschaft

Und man darf vielleicht auch ein bisschen weiter denken:

Dschibuti hat großes Interesse an der Entwicklung umweltfreundlicher Energie. Sonne und Hitze gibt es dort im Überfluss – und Sympathien für deutsche Technologie. Denn Deutschland gehört zu den Weltmarktführern auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien.

Das Land hat den wichtigsten Hafen im nordöstlichen Afrika – mit einer Eisenbahnverbindung, die bis nach Addis Abeba reicht. Er wird aufwendig ausgebaut – da zeichnen sich Chancen für die deutsche Wirtschaft ab, die in den Bereichen Verkehrstechnologie und Logistik viel zu bieten hat.

Das Land bietet sich an als Finanz- und Kommunikationsdrehscheibe. Luxemburg, Singapur oder Dubai sind die Vorbilder für den kleinen, selbstbewussten Staat zwischen Rotem Meer und Indischem Ozean, zwischen Afrika und arabischer Halbinsel.

Gründe genug, dort eine Botschaft zu eröffnen. Stand 12.01.2010

Quelle : Auswärtiges Amt