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Ein Artikel zur Universität Dschibutis von Barbara Schumacher

Djibouti, am Horn von Afrika gelegen, ist ein Land der Arabischen Liga und bei uns hauptsächlich bekannt durch die UN Atalanta Mission und große Salzvorkommen (Lac Assal). Das Land ist nur etwa so groß wie Hessen und hat rund 850.000 Einwohner, wovon ca. 500.000 in der gleichnamigen Hauptstadt leben. Djibouti gilt als stabil und macht in letzter Zeit wegen des Ausbaus der Infrastruktur, z. B. des Container-Hafens Doraleh (größter und modernster Hafen seiner Art in Ostafrika) sowie weiterer ehrgeiziger, gigantischer Wirtschaftsprojekte von sich reden – vor dem Hintergrund positiver Entwicklungen im Nachbarland Äthiopien, das über keinen Hafen verfügt. Im März 2014 fand die erste Djibouti-German Economic Conference in Djibouti statt mit dem Ziel, deutsche Investoren ins Land zu locken.

Dr. Djama Mohamed Hassan ist Präsident der Universität und stolz auf ihre Entwicklung: Nachdem Ismail Omar Guelleh, der Präsident von Djibouti der Bildungseinrichtung im Jahr 2006 den vollen Universitätsstatus zuerkannte, gibt es heute vier Fakultäten:

1. Faculté des lettres, langues et sciences humaines (F.L.L.S.H.)

2. Faculté de droit, économie gestion (F.D.E.G.)

3. Faculté des sciences (F.S.)

4. Institut universitaire de technologie (I.U.T.).

Man pflegt wissenschaftliche Kontakte mit 46 Partner-Universitäten in Afrika, USA, Asien, Europa und dem Mittleren Orient, darunter z. B. Helwan Universität in Kairo und Universität Sana’a im Jemen. Als Ziele für die kommenden Jahre hat sich das zuständige Ministerium für Höhere Bildung und Forschung neben der Modernisierung von Verwaltung und Dienstleistungssektor verstärkt die Forschung auf die Fahnen geschrieben.

Das Universitätsgelände bildet einen eigenen Stadtteil, der an das attraktive Stadt-Zentrum mit seinem historischen Stadtkern aus gut erhaltenen Kolonialbauten unterschiedlicher Architekturstile mit Märkten, Parks und Cafés angrenzt. Die Uni hat 29 Lehrgebäude, rund 7.000 Studierende und 250 Professoren. Sie ist von einer Mauer umgeben; die zahlreichen Eingangstore sind mit Wachpersonal besetzt. In der Nähe einiger Tore befinden sich Treffpunkte für die Studierenden: outdoor Cafés und Buchhandlungen. Es gibt eine eigene Moschee. Geschlechtertrennung gibt es nicht.

Das Technische Institut der Uni (I.U.T.) hat etwa 1.500 Studierende. Dr. Ayan Mahamoud ist dort Associate Professor für Angewandte Mathematik und Ingenieurwissenschaften. Sie ist in Djibouti geboren, hat in Frankreich an den Unis Metz/Nancy ihren Master gemacht und kam 2005 nach Djibouti zurück. Sie spricht ausgezeichnet Englisch: „Von Djibouti aus habe ich meinen Doktortitel an der Ecole Centre Nantes erworben und unterrichte seit 2006 an der Universität Djibouti in allen Studienjahren. Wir haben etwa 80 Studierende im 1. Jahr, davon sind im 3. Jahr noch 30 übrig und den Masterabschluss in Angewandter Mathematik machen etwa 25. Es gibt nur sehr wenige weibliche Studierende, zurzeit sind es 7. Ich unterrichte 15 Stunden pro Woche“.

Auf die Frage nach den Beschäftigungsmöglichkeiten im Anschluss an den Studienabschluss meint sie: „Dadurch, dass wir regelmäßig Experten aus der Wirtschaft zu Konferenzen und Seminaren in die Uni einladen, bekommen die Studierenden rechtzeitig Ideen für künftige Berufe. Die Studierenden mögen diese Veranstaltungen, die nicht lange genug dauern können. Es gibt für sie viele interessante Tätigkeiten in Djibouti. Wir pflegen einen ausgezeichneten Kontakt zur Industrie- und Handelskammer und seinem Präsidenten Youssouf Moussa Dawaleh, der auch Informationsveranstaltungen für die Studierenden an der Kammer organisiert“. Die Kooperation mit der Wirtschaft geht sogar so weit, dass wir die Curricula auf die Bedürfnisse der Wirtschaft abstimmen. Die Unternehmer selbst formulieren die Job-Anforderungen und so entwickeln wir entsprechende Lerninhalte, z. B. für die folgenden Bereiche: Electrical Maintenance, Logistics and Transportation und Civil Engineering“.

 

Barbara Schumacher

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